Das Pferd

Diese Landschaft mit ihren Menschen hat über die Jahrtausende eine Pferderasse entstehen lassen, deren Ursprung bis heute nicht so ganz eindeutig ist. Die bekannteste Theorie jedoch ist die Abstammung des Camarguepferdes vom Solutrépferd, dessen Geschichte man in verschiedenen Büchern sowie im Internet nachlesen kann.
Die Camarguepferde in ihrem heutigen Erscheinungsbild sind entstanden und erhalten aus einem einzigen Grund: die Menschen der Camargue, insbesondere die Gardians brauchen sie als Hilfe bei der Arbeit mit den schwarzen Stieren und zum Leben ihrer Traditionen und traditionellen Veranstaltungen. So ist nicht nur das Pferd sondern auch die dortige Reitweise das Ergebnis, jahrzehntelanger Arbeit und Erfahrung rund um das Treiben, Hüten und Arbeiten mit dem schwarzen Stier, dem Taureau. Auf den Suchseiten im Internet sowie in vielen Büchern über Pferderassen findet man immer wieder reichlich Rasseporträts des Camargue-Pferdes, welche zum Teil dem heutigen Stand der Dinge nicht mehr ganz entsprechen. Die abgeschlagene Kruppe, der große, ramsnasige Kopf, der gewaltige Unterhals und ein abgehackter Trab sind heute weitaus weniger gängig als zu der Zeit, wo der Gardian noch ohne Sattel ritt und sein "Zaumzeug" nur aus dem Seden (ein langes, aus Pferdehaar gedrehtes Seil) bestand. Alte Postkarten und Fotos in ebenso alten Büchern bestätigen allerdings das damalige Erscheinungsbild des Camarguepferdes als "Arbeitsmodell" mit seiner eigentlichen Bestimmung, der Gebrauchs, bzw. Arbeitsreiterei. Das Camarguepferd des heutigen Typs ist größer geworden und optisch wirkt es gefälliger, wobei die charakteristischen Eigenschaften des Arbeitspferdes erhalten geblieben sind. Dazu zählen unter anderem Wendigkeit, Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Robustheit, Gesundheit, Genügsamkeit, Belastbarkeit. Die etwas flacheren Bewegungen des Camarguepferdes machen es bei entsprechender Rittigkeit fließend, weich und angenehm (rückenschonend) zu sitzen, der Körperbau ist bei einer Größe von knapp unter 140 cm bis max. 150 cm meist harmonisch, aber durchaus nicht immer gleich. Es gibt viele unterschiedliche Typen, abhängig vom jeweiligen Zuchtursprung. Allen gemein ist jedoch das Schimmelgen, was früher oder später alle Camarguepferde weiß werden läßt.

Text & Fotos © S.Renker